Inhalt (14 Abschnitte)
- Lohnt sich die private Krankenversicherung ab 40 noch?
- Was kostet die PKV ab 40? Die Spannen von 40 bis 54
- Zwei Rechenbeispiele: angestellt mit 44, selbstständig mit 42
- Veröffentlichte Musterbeiträge für Späteinsteiger
- Warten kostet: Was jedes Jahr ab 40 ausmacht
- Typische Bedenken von Späteinsteigern – und die Antworten
- Worauf Späteinsteiger beim Tarif achten sollten
- PKV ab 40 oder in der GKV bleiben? Eine faire Gegenüberstellung
- Wer ab 40 in die PKV wechseln kann
- Typische Anlässe für den Wechsel ab 40
- Die Gesundheitsprüfung ab 40 – so gehen Sie klug vor
- Den Beitrag im Alter im Griff behalten
- Familie ab 40: Partner und Kinder
- Ihr Fahrplan in die PKV ab 40
- Mit 40 kostet ein Komfort-Tarif laut PKV-Preisindex rund 581 bis 905 € im Monat inklusive Pflegepflicht, mit 45 rund 636 bis 1.035 € und mit 50 rund 708 bis 1.223 € (Stand 18.10.2026; ab 46 Schätzspanne).
- Angestellte tragen nach dem Arbeitgeberzuschuss etwa die Hälfte: mit 45 rund 369 € im Komfort-Niveau – weniger als der GKV-Arbeitnehmeranteil 2027 von rund 729,94 € (kinderlos, Szenario).
- Jedes Jahr Warten kostet ab 40 rund 15 bis 26 € pro Monat mehr Beitrag (Komfort, Orientierungswert); fünf Jahre Warten von 40 auf 45 sind für Selbstständige rund 77 € im Monat.
- Wer mit 55 oder älter in den letzten fünf Jahren nicht gesetzlich versichert war, bleibt in der Regel privat (§ 6 Abs. 3a SGB V) – deshalb zählt ein Tarif, der auf Dauer passt.
- Die Gesundheitsprüfung klärt ein Partner-Experte vorab per anonymer Risikovoranfrage – ohne dass ein Antrag gespeichert wird.
Eine private Krankenversicherung ab 40 lohnt sich für viele Angestellte über der Versicherungspflichtgrenze und für Selbstständige noch: Mit 40 kostet ein Komfort-Tarif laut PKV-Preisindex rund 581–905 €, mit 45 rund 636–1.035 € im Monat inklusive Pflegepflicht (Stand 18.10.2026, ohne Risikozuschlag); Angestellte tragen nach dem Arbeitgeberzuschuss etwa die Hälfte. Entscheidend sind ein Tarif, der auf Dauer passt – und nicht länger zu warten: Jedes Jahr kostet rund 15 € bis 23 € im Monat mehr.
Lohnt sich die private Krankenversicherung ab 40 noch?
Die kurze Antwort: oft ja. Die PKV bietet auch mit 40 oder 45 Vorteile, die mit jedem Jahr wertvoller werden – und die Rechnung geht für viele auf, besonders wenn Sie gut verdienen oder selbstständig sind. Drei Gründe, warum Späteinsteiger häufig profitieren:
- Beitrag unabhängig vom Einkommen: Gehaltssprünge, Boni, Miet- oder Kapitalerträge erhöhen Ihren PKV-Beitrag nicht. Freiwillig gesetzlich Versicherte zahlen dagegen auf alle Einnahmen (§ 240 SGB V) – 2027 bis rund 1.402,50 € im Monat (kinderlos, Szenario).
- Leistungen vertraglich zugesichert: Der Versicherer kann die Vollversicherung nicht ordentlich kündigen (§ 206 Abs. 1 VVG), und der Gesetzgeber kann Ihren Tarif nicht per Gesetz kürzen. In der GKV steigen ab 2027 die Zuzahlungen um 50 %, und der Festzuschuss für Zahnersatz sinkt von 60 auf 50 % (BGBl. 2026 I Nr. 228).
- Schneller zum Facharzt: 60 % der Privatversicherten bekommen einen Facharzttermin in weniger als vier Wochen, gesetzlich Versicherte nur zu 35 % (Versichertenbefragung der Patientenvertretung im G-BA, 2025) – gerade ab 40, wenn Vorsorge wichtiger wird, ein spürbarer Unterschied.
Für wen es besonders gut passt: Angestellte mit einem Gehalt deutlich über der Grenze, Selbstständige mit stabilen Einnahmen, Paare ohne Kinder oder mit beihilfeberechtigtem Partner, und alle, die Wert auf Chefarzt, Ein- oder Zweibettzimmer und hochwertigen Zahnersatz legen. Wo es genauer hinzuschauen gilt: bei mehreren Kindern (jedes zahlt einen eigenen Beitrag) und bei einem Einkommen nahe an der Grenze. Beides rechnet ein Partner-Experte mit Ihnen durch.
Was kostet die PKV ab 40? Die Spannen von 40 bis 54
| Eintrittsalter | Basis | Komfort (Spanne) | Komfort | Eigenanteil Komfort | Premium |
|---|---|---|---|---|---|
| 40 | 455 € | 581–905 € | 662 € | 331 € | 852 € |
| 42 | 476 € | 602–955 € | 691 € | 346 € | 890 € |
| 44 | 498 € | 625–1.008 € | 723 € | 361 € | 930 € |
| 45 | 510 € | 636–1.035 € | 739 € | 369 € | 950 € |
| 48* | 551 € | 678–1.144 € | 800 € | 400 € | 1.030 € |
| 50* | 581 € | 708–1.223 € | 844 € | 422 € | 1.086 € |
| 52* | 614 € | 739–1.308 € | 891 € | 445 € | 1.147 € |
| 54* | 648 € | 772–1.399 € | 940 € | 470 € | 1.211 € |
Zum Vergleich: Der GKV-Arbeitnehmeranteil für Angestellte über der Bemessungsgrenze liegt 2027 bei rund 729,94 € (kinderlos) bzw. 672,56 € (mit Kind) – Szenario nach dem Kabinettsbeschluss vom 07.10.2026. Ihre eigene Spanne mit Selbstbehalt, Krankentagegeld und Kindern rechnet der Beitrags-Schätzer.
Angestellte 2027: Eigenanteil PKV (Komfort) und GKV-Arbeitnehmeranteil
Euro pro Monat nach Arbeitgeberzuschuss, Orientierungswert des PKV-Preisindex je Eintrittsalter; GKV kinderlos ab der Beitragsbemessungsgrenze
PKV: Schätzwert aus dem PKV-Preisindex (Stand 18.10.2026, ohne Risikozuschlag, inkl. 10-%-Zuschlag), Arbeitgeberzuschuss 2027 höchstens 557,81 € + 114,75 € (Szenario). GKV: 6.375 € × (7,3 % + 1,45 % + 2,7 %), Kabinettsbeschluss 07.10.2026, Ø-Zusatzbeitrag 2,9 % angenommen. *Schätzspanne.
Zwei Rechenbeispiele: angestellt mit 44, selbstständig mit 42
Angestellt, 44 Jahre, Komfort
Gehalt über der Versicherungspflichtgrenze, kinderlos, mittlerer Selbstbehalt, ohne Krankentagegeld. Der PKV-Preisindex ergibt rund 625 bis 1.008 € im Monat, Orientierung 723 €. Der Arbeitgeber zahlt die Hälfte – Ihr Anteil rund 361 €. Der GKV-Arbeitnehmeranteil läge 2027 bei rund 729,94 €. Unterschied: rund 369 € im Monat bzw. rund 4.400 € im Jahr (Schätzung, Szenario 2027).
Selbstständig, 42 Jahre, Komfort
Mit Krankentagegeld 100 € pro Tag, mittlerer Selbstbehalt: Spanne rund 692 bis 1.061 € im Monat, Orientierung 791 € (darin Krankheitskosten 610 €, Pflegepflicht 81 €, Krankentagegeld 100 €). Zum Vergleich: Ab einem Einkommen von 6.375 € im Monat zahlen freiwillig versicherte Selbstständige 2027 rund 1.402,50 € (kinderlos, Szenario) – mit Krankengeld, auf alle Einnahmen.
Beide Beispiele sind Orientierungswerte aus veröffentlichten Musterbeiträgen, ohne Risikozuschlag, inklusive 10-%-Zuschlag, Stand 18.10.2026. Wer weniger als die Bemessungsgrenze verdient, zahlt in der GKV entsprechend weniger – für Selbstständige mit niedrigerem Einkommen lohnt der genaue Vergleich besonders. Rechnen Sie Ihr Profil mit dem Beitrags-Schätzer.
Veröffentlichte Musterbeiträge für Späteinsteiger
Für Eintrittsalter ab 37 veröffentlichen einige Versicherer konkrete Beispiele – sie zeigen die Größenordnung, ersetzen aber kein Angebot:
| Versicherer · Tarif | Alter | Selbstbehalt | Beitrag | enthalten |
|---|---|---|---|---|
| Signal Iduna · EXKLUSIV-SI (Broschüre Dez. 2025) | 37 | 0 oder 500 € | 928,28 € | Krankentagegeld 150 €, Pflegepflicht, Zuschlag |
| SDK · AM12, S1, Z9, TA6/140 (Stand 01.26) | 40 | 20 %, max. 480 € | 904,18 € | Krankentagegeld 140 €, Zuschlag, ohne Pflegepflicht |
| Allianz · Plus 70 + Zahn 75 (Stand 2026) | 43 | 30 %, max. 1.500 € | 965,50 € | Krankentagegeld 160 € (175,04 €), Pflegepflicht, Zuschlag |
| HanseMerkur · Start Fit (abgerufen 18.10.2026) | 45 | 1.000 € | 544,63 € | Pflegepflicht 88,62 €, Zuschlag |
| HanseMerkur · Top Fit (abgerufen 18.10.2026) | 45 | 1.000 € | 786,40 € | Pflegepflicht 88,62 €, Zuschlag |
Die großen Unterschiede kommen vor allem von den Bausteinen: Das Allianz-Beispiel enthält ein Krankentagegeld von 160 € pro Tag, das allein 175,04 € kostet; HanseMerkur zeigt die Beispiele ohne Krankentagegeld. Vergleichbar werden die Werte erst als Indexwert – alle Zahlen stehen im PKV-Preisindex.
Warten kostet: Was jedes Jahr ab 40 ausmacht
Der Neukundenbeitrag steigt mit jedem Jahr, das Sie später einsteigen. Laut den veröffentlichten Reihen von Allianz und HanseMerkur um rund 1,2 bis 2,7 % je Jahr – und nach 45 beschleunigt sich der Anstieg (Faktor 1,29 laut SDK-Beitragsübersicht). In Euro bedeutet das für einen Komfort-Tarif:
| Szenario | pro Monat | bis Alter 67 |
|---|---|---|
| Ein Jahr warten: 40 → 41 | +15 € | – |
| Ein Jahr warten: 45 → 46* | +20 € | – |
| Fünf Jahre warten: 40 → 45, selbstständig | +77 € | rund 20.361 € |
| Fünf Jahre warten: 40 → 45, angestellt (Eigenanteil) | +39 € | rund 10.180 € |
| Fünf Jahre warten: 45 → 50*, selbstständig | +105 € | rund 21.481 € |
Was ein Jahr späterer Einstieg kostet – Komfort
Mehrbeitrag pro Monat, wenn Sie ein Jahr später eintreten (Orientierungswert)
PKV-Preisindex, Datenstand 18.10.2026: 15 veröffentlichte Musterbeiträge von 9 Versicherern, auf das Eintrittsalter umgerechnet; Krankheitskosten inkl. 10-%-Zuschlag plus Pflegepflicht, Selbstbehalt mittel, ohne Krankentagegeld, ohne Risikozuschlag. *Ab 46 fortgeschrieben (Schätzspanne). Methodik: /methodik/
Dazu kommt, was sich nicht in Euro ausdrücken lässt: Mit jedem Jahr kann sich der Gesundheitszustand ändern, und die Gesundheitsprüfung findet immer mit dem Stand beim Antrag statt. Ihre persönlichen Warte-Kosten rechnet der Warte-Kosten-Rechner aus.
Typische Bedenken von Späteinsteigern – und die Antworten
„Bin ich nicht zu alt?“
Ein Höchstalter für den Eintritt gibt es nicht. Der Beitrag ist höher als mit 30, aber für viele Angestellte bleibt der Eigenanteil deutlich unter dem GKV-Arbeitnehmeranteil – mit 45 im Komfort-Niveau rund 369 € statt rund 729,94 € (Szenario 2027).
„Wird das im Alter zu teuer?“
Die PKV hat Vorsorge eingebaut: Alterungsrückstellungen, den 10-%-Zuschlag bis 60, Beitragsentlastungstarife und den Rentenzuschuss. Ein guter Partner-Experte rechnet Ihnen die Beitragsentwicklung Ihres Tarifs vor.
„Werde ich überhaupt angenommen?“
Das klärt eine anonyme Risikovoranfrage bei mehreren Versicherern – bevor ein Antrag gestellt wird. So wissen Sie vorher, zu welchen Bedingungen Sie aufgenommen würden.
„Was ist mit meiner Familie?“
Jede Person zahlt einen eigenen Beitrag; Kinder kosten laut veröffentlichten Beispielen 161,50 bis 276,79 €. Ob Kinder über einen gesetzlich versicherten Partner familienversichert bleiben können, prüft ein Partner-Experte mit Ihnen.
Worauf Späteinsteiger beim Tarif achten sollten
Wer mit 40 oder später einsteigt, bleibt seinem Tarif meist viele Jahrzehnte treu. Deshalb zählen andere Kriterien als nur der Startbeitrag:
- Beitragsentwicklung: Fragen Sie nach den Anpassungen des Tarifs in den vergangenen Jahren und danach, wie viel Alterungsrückstellung der Versicherer bildet.
- Leistungen, die im Alter wichtig werden: Hilfsmittel, Sehhilfen, Zahnersatz und Heilmittel – schauen Sie in die Tarifbedingungen, nicht nur in den Prospekt.
- Beitragsentlastung: Ein Entlastungsbaustein senkt den Beitrag ab dem Rentenalter; bei Angestellten beteiligt sich der Arbeitgeber oft daran.
- Selbstbehalt flexibel: Gut ist, wenn Sie den Selbstbehalt später ohne neue Gesundheitsprüfung senken können.
- Options- und Wechselrechte: Damit können Sie Leistungen später ohne neue Gesundheitsprüfung erweitern – je nach Tarif.
- Krankentagegeld bis zur Rente: Für Selbstständige zentral; Höhe und Karenzzeit passend zum Einkommen wählen.
PKV ab 40 oder in der GKV bleiben? Eine faire Gegenüberstellung
Das spricht ab 40 für die PKV
- Beitrag unabhängig vom Einkommen – steigende Gehälter, Boni und Kapitalerträge erhöhen ihn nicht
- Leistungen vertraglich zugesichert (§ 206 Abs. 1 VVG), je nach Tarif mit Chefarzt und Ein- oder Zweibettzimmer
- Schnellere Facharzttermine: 60 % gegenüber 35 % in weniger als vier Wochen (G-BA-Befragung 2025)
- Für Angestellte oft ein deutlich niedrigerer Eigenanteil als der GKV-Arbeitnehmeranteil 2027 von rund 729,94 €
Das klären Sie vorher – mit dem Partner-Experten
- Annahmebedingungen per anonymer Risikovoranfrage
- Kosten für Partner und Kinder, die in der PKV eigene Beiträge zahlen
- Beitragsentwicklung und Entlastung im Alter
- Dauerhafte Entscheidung: ab 55 meist kein Weg zurück in die GKV
Zur langfristigen Entwicklung: Je Versicherten stiegen die Beitragseinnahmen von 2006 bis 2026 in der PKV im Schnitt um 3,4 % pro Jahr, in der GKV um 3,9 % (WIP). Auch in der GKV steigen die Beiträge also – und 2027 laut Kabinettsbeschluss zusätzlich durch die höhere Beitragsbemessungsgrenze.
Wer ab 40 in die PKV wechseln kann
Angestellte
Mit einem regelmäßigen Jahresgehalt über der Versicherungspflichtgrenze: 2026 über 77.400 €, 2027 laut Kabinettsbeschluss über 84.150 € (Bundesrat ausstehend). Steigt das Gehalt darüber, endet die Pflicht zum Jahresende, wenn auch die Grenze des Folgejahres überschritten wird (§ 6 Abs. 4 SGB V). Bei einem neuen Job mit Gehalt über der Grenze gilt das ab dem ersten Tag.
Selbstständige und Freiberufler
Unabhängig vom Einkommen. Wer aus der Pflichtversicherung kommt, wird zunächst freiwilliges Mitglied; für die PKV erklären Sie den Austritt binnen zwei Wochen nach dem Hinweis der Kasse und weisen die neue Absicherung nach (§ 188 Abs. 4 SGB V).
Beamtinnen und Beamte
Für sie gilt die Beihilfe: Sie trägt 50 bis 80 % der Kosten, die PKV versichert den Rest. Den passenden Beihilfesatz berechnet der Beihilfe-Rechner für Beamte.
Die 55er-Grenze
Wer mit 55 oder älter in den letzten fünf Jahren nicht gesetzlich versichert war und davon mindestens die Hälfte versicherungsfrei, befreit oder selbstständig war, bleibt in der Regel versicherungsfrei (§ 6 Abs. 3a SGB V). Der Weg in die PKV ist dann dauerhaft – planen Sie entsprechend.
Typische Anlässe für den Wechsel ab 40
Jobwechsel mit Gehaltssprung
Liegt das neue Gehalt über der Versicherungspflichtgrenze, sind Sie ab dem ersten Arbeitstag versicherungsfrei – ein guter Moment, die PKV zu prüfen, bevor der neue Job beginnt.
Gehalt steigt über die Grenze
Steigt Ihr Gehalt beim selben Arbeitgeber über die Grenze, endet die Pflicht zum Jahresende, wenn Sie auch die Grenze des Folgejahres überschreiten. Planen Sie den Wechsel zum 1. Januar.
Gründung oder Selbstständigkeit
Hauptberuflich Selbstständige können sich unabhängig vom Einkommen privat versichern. Wichtig: Krankentagegeld von Anfang an einplanen.
Ein häufiger Irrtum lautet: „Mit 50 nimmt mich keiner mehr.“ Ein gesetzliches Höchstalter für den Eintritt gibt es nicht; entscheidend sind die Voraussetzungen (Gehalt oder Selbstständigkeit) und die Gesundheitsprüfung des Versicherers. Je später der Einstieg, desto wichtiger werden allerdings der passende Tarif und eine realistische Beitragsplanung bis ins Rentenalter.
Die Gesundheitsprüfung ab 40 – so gehen Sie klug vor
Ab 40 haben die meisten Menschen eine Krankengeschichte: Vorsorgeuntersuchungen, eine Physiotherapie, vielleicht eine Brille. Das ist normal und kein Grund, auf die PKV zu verzichten. Klug ist die richtige Reihenfolge:
Unterlagen sammeln
Ein Partner-Experte hilft Ihnen, die Angaben vollständig zusammenzustellen – etwa über eine Auskunft Ihrer Krankenkasse. Auf dieser Website fragen wir nichts zu Ihrer Gesundheit.
Anonym vorab anfragen
Per anonymer Risikovoranfrage erfahren Sie von mehreren Versicherern, ob und zu welchen Bedingungen sie Sie annehmen – ohne dass ein Antrag gespeichert wird.
Vollständig beantragen
Erst dann stellen Sie den Antrag beim passenden Versicherer und beantworten alle Gesundheitsfragen vollständig und wahrheitsgemäß (§ 19 VVG). Widerrufen können Sie binnen 14 Tagen (§ 8 VVG).
Den Beitrag im Alter im Griff behalten
Die häufigste Sorge von Späteinsteigern ist der Beitrag im Rentenalter. Auch PKV-Beiträge können steigen – die gute Nachricht: Das System hat mehrere eingebaute Bremsen, und Sie können selbst vorsorgen.
- Alterungsrückstellungen: Ein Teil jedes Beitrags wird für das Alter zurückgelegt – Ende 2025 insgesamt 355,4 Mrd. € (PKV-Verband).
- Gesetzlicher Zuschlag: Die 10 % bis zum 60. Lebensjahr werden ab 65 zur Beitragsdämpfung eingesetzt; ab 61 entfällt der Zuschlag (§§ 149, 150 VAG).
- Beitragsentlastungstarife: Mit einem Zusatzbaustein senken Sie Ihren Beitrag ab einem festgelegten Alter um einen gewählten Betrag; als Angestellte/r zahlt der Arbeitgeber oft mit.
- Weniger Bausteine, mehr Zuschuss: Ein Krankentagegeld brauchen Sie im Ruhestand nicht mehr; zur gesetzlichen Rente gibt es auf Antrag einen Zuschuss der Rentenversicherung zum PKV-Beitrag (§ 106 SGB VI, 2026: 8,75 % des Rentenzahlbetrags, höchstens die Hälfte des Beitrags).
- Tarifwechsel: Später können Sie in einen anderen Tarif Ihres Versicherers wechseln und Ihre Alterungsrückstellung mitnehmen (§ 204 VVG).
Was die PKV im Ruhestand kostet und wie Sie den Beitrag senken, erklärt PKV-Kosten im Alter. Wichtig für Späteinsteiger: Wählen Sie den Tarif nicht nur nach dem niedrigsten Startbeitrag, sondern nach Leistung und Beitragsentwicklung über Jahrzehnte.
Familie ab 40: Partner und Kinder
In der PKV hat jede Person einen eigenen Beitrag. Veröffentlichte Kindertarife 2026 kosten 161,50 bis 276,79 € im Monat; in der Pflegepflicht sind Kinder beitragsfrei, und Angestellte erhalten den Arbeitgeberzuschuss auch für mitversicherte Kinder. Neugeborene versichern Sie ohne Gesundheitsprüfung und Wartezeit nach, wenn Sie sie binnen zwei Monaten nach der Geburt anmelden (§ 198 VVG). Ob Ihre Kinder über einen gesetzlich versicherten Partner familienversichert bleiben können, hängt von Ehe und Einkommen ab – ein Partner-Experte prüft das mit Ihnen. Was die PKV für einen Partner ohne eigenes Einkommen kostet und wann der Arbeitgeber mitzahlt, zeigt die Seite PKV-Kosten ohne Einkommen.
Ihr Fahrplan in die PKV ab 40
- Spanne kennen: Mit dem Beitrags-Schätzer sehen Sie in 60 Sekunden, was die PKV in Ihrem Alter kostet.
- Voraussetzung prüfen: Gehalt über der Grenze oder selbstständig? Wann endet Ihre Versicherungspflicht?
- Niveau festlegen: Basis, Komfort oder Premium – und welcher Selbstbehalt zu Ihren Rücklagen passt.
- Anonym vorab anfragen: Risikovoranfrage über einen Partner-Experten bei mehreren Versicherern.
- Angebote vergleichen: Leistungen, Beitrag, Beitragsentlastung, Optionen – mit Blick auf die nächsten 30 Jahre.
- Antrag und Wechsel: Antrag rechtzeitig stellen, GKV-Austritt fristgerecht erklären; Widerruf binnen 14 Tagen möglich.
Wie lange die einzelnen Schritte dauern und welche Wege es gibt, beschreibt der Angebotslotse. Einzelne Altersstufen finden Sie unter PKV mit 40, PKV mit 45, PKV mit 50 Jahren und PKV mit 55.
Häufige Fragen
Lohnt sich eine private Krankenversicherung ab 40 noch?
Für viele ja – besonders für gut verdienende Angestellte über der Versicherungspflichtgrenze und für Selbstständige. Mit 40 liegt ein Komfort-Tarif laut Index bei rund 581–905 € im Monat; Angestellte zahlen davon rund 331 € (2027, Szenario). Dafür gibt es vertraglich zugesicherte Leistungen und einen Beitrag unabhängig vom Einkommen. Wichtig sind ein Tarif auf Dauer und echte Angebote.
Was kostet die PKV mit 45?
Laut PKV-Preisindex rund 480–694 € für Basis, 636–1.035 € für Komfort und 755–1.102 € für Premium im Monat, jeweils inklusive Pflegepflicht, ohne Risikozuschlag (Stand 18.10.2026). Ein veröffentlichtes Beispiel: HanseMerkur Start Fit mit 1.000 € Selbstbehalt kostet mit 45 Jahren 544,63 €.
Kann ich mit 50 noch in die PKV wechseln?
Ja, wenn Sie die Voraussetzungen erfüllen – als Angestellte/r mit einem Jahresgehalt über der Versicherungspflichtgrenze (2026: 77.400 €) oder als hauptberuflich Selbstständige/r. Ein Höchstalter gibt es nicht. Mit 50 liegt ein Komfort-Tarif laut Index bei rund 708–1.223 € (Schätzspanne). Planen Sie den Tarif auf Dauer – ab 55 ist der Rückweg in die GKV meist ausgeschlossen.
Wie stark steigt der Beitrag, wenn ich noch fünf Jahre warte?
Für einen Komfort-Tarif zahlen Selbstständige bei Eintritt mit 45 statt 40 laut Orientierungswert rund 77 € mehr im Monat, Angestellte rund 39 € mehr Eigenanteil. Bis zum Alter 67 summiert sich das auf rund 20.000 € bzw. 10.000 € – ohne künftige Beitragsanpassungen.
Was passiert mit meinem PKV-Beitrag im Alter?
Auch PKV-Beiträge können steigen. Dämpfend wirken die Alterungsrückstellungen, der gesetzliche 10-%-Zuschlag, der ab 65 zur Beitragssenkung eingesetzt wird (§§ 149, 150 VAG), und optionale Beitragsentlastungstarife. Im Rentenalter gibt es zudem einen Zuschuss der Rentenversicherung. Ein Partner-Experte rechnet Ihnen das für Ihren Tarif durch.
Brauche ich als Späteinsteiger eine Gesundheitsprüfung?
Ja, wie jeder Neukunde. Ab 40 haben viele schon Arztbesuche hinter sich – das ist normal. Damit Sie vorher wissen, zu welchen Bedingungen ein Versicherer Sie annimmt, kann ein Partner-Experte eine anonyme Risikovoranfrage bei mehreren Versicherern stellen. Fragen im Antrag beantworten Sie dann vollständig und wahrheitsgemäß (§ 19 VVG).
Quellen
- HanseMerkur: PKV für Selbstständige – Start Fit und Top Fit (25/35/45 Jahre) – abgerufen 18.10.2026
- Allianz: PKV für Selbstständige (33/43 Jahre) – Stand 2026
- SDK: Broschüre GesundheitsFAIR (40 Jahre) und Beitragsübersicht 1.289/01.26 – Stand 01.2026
- § 6 SGB V – Versicherungsfreiheit (Abs. 1 Nr. 1, Abs. 3a, Abs. 4) – abgerufen 18.10.2026
- § 19 VVG – Anzeigepflicht – abgerufen 18.10.2026
- § 206 VVG – Kündigung des Versicherers – abgerufen 18.10.2026
- §§ 149, 150 VAG – Zuschlag und Gutschrift – abgerufen 18.10.2026
- § 257 SGB V – Beitragszuschüsse – abgerufen 18.10.2026
- Patientenvertretung im G-BA: Versichertenbefragung 2025 – Nov./Dez. 2025
Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu den Kosten der privaten Krankenversicherung nach Eintrittsalter und zum Weg zum PKV-Angebot (Stand: 19. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu Ihnen passt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. Beitragsangaben: veröffentlichte Musterbeiträge bzw. Schätzspannen aus dem PKV-Preisindex (Datenstand 18.10.2026), ohne Risikozuschlag, inklusive gesetzlichem 10-%-Zuschlag – kein Angebot. Herausgeber: PKV-Preisindex.de. PKV-Preisindex.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.